Zur aktuellen Debatte zwischen dem Thüringer Lehrerverband und dem Bildungsministerium zum Thema Sitzenbleiben kommentiert die GRÜNE JUGEND Thüringen:

„Wie so oft wird beim Thema Schulbildung die Stimme der Schülerinnen überhört. Wir fordern, dass diejenigen, die das Bildungssystem erreichen soll, endlich in Entscheidungen einbezogen werden, um ihre Bedürfnisse auf Augenhöhe einbringen zu können. Spätestens nach der Pandemie muss klar sein: Entscheidungen und Diskussionen über die Köpfe von Schülerinnen hinweg sollten der Vergangenheit angehören. Das Bildungssystem ist für Schülerinnen gemacht und muss daher auch von Schülerinnen mitgestaltet werden!“ so Justus Heuer, Direktkandidat zur Bundestagswahl im Wahlkreis 190 und Spitzendkandidat der GRÜNEN JUGEND Thüringen

Laut dem Tübinger Bildungsforscher Ulrich Trautwein, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beraterkreises des Kultusministeriums, ist Sitzenbleiben generell ein ineffizientes Instrument für die betroffenen Schülerinnen, da die Sitzenbleibenden oft auch in ihrer neuen Klasse Leistungsprobleme hätten. Er rät daher zu Investitionen, die adaptive, individuelle Förderung und Unterstützung von Schülerinnen schaffen, statt in kostspielige Wiederholungsjahre. [1]

Karoline Jobst, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Thüringen ergänzt: „Das verpflichtende Sitzenbleiben halten wir als GRÜNE JUGEND nicht für sinnvoll. Statt Schülerinnen unter Druck zu setzen, braucht es individuelle Unterstützung und kostenfreie Förderung – auch außerhalb der Schule. Als GRÜNE JUGEND fordern wir deshalb, das ‚Sitzenbleiben‘ komplett abzuschaffen. Freiwilliges Wiederholen einer Klassenstufe soll weiterhin möglich sein und von Lehrerinnen, Eltern und den betreffenden Schülerinnen gemeinsam entschieden werden. Denn das Wiederholen einer Klassenstufe kann durchaus auch Chancen für Schülerinnen bieten.“

Quelle: [1] https://www.rnz.de/politik/suedwest_artikel,-baden-wuerttemberg-soll-mein-kind-das- schuljahr-wiederholen-_arid,699121.html