Auf der Landesmitgliederversammlung am 09. Mai beschloss die GRÜNE JUGEND Thüringen einstimmig Forderungen, um einen gerechten Kulturneustart und langfristig Sicherheit und Perspektiven für Kulturschaffende zu ermöglichen. Außerdem muss Kultur endlich dekolonialisiert und feministisch werden!


Unter Corona musste der Kulturbetrieb gezwungenermaßen eingestellt werden. Das war und ist richtig, um die Gesundheit der Menschen zu schützen und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Doch Kultur ist essentiell und grundlegend für unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben. Deshalb ist es jetzt Aufgabe der Politik, Perspektiven zu bieten: Für einen Neustart nach Corona und Unterstützung darüber hinaus.


„Kunstschaffende haben unter der Corona-Pandemie massiv gelitten, nicht wenige mussten um ihre berufliche Existenz fürchten. Jetzt gilt es, eine umfassende rückwirkende Existenzsicherung für Solo-Selbstständige und Künstler*innen die durch die Absicherungssysteme gefallen sind, zu beschließen. Außerdem fordern wir als GRÜNE JUGEND Thüringen, bürokratische Hürden für Veranstaltungen abzubauen und Kulturschaffende dabei zu unterstützen, Hygienekonzepte zu erarbeiten und zu realisieren. Außerdem sollte Kommunen öffentliche Freiflächen für Veranstaltungen zur Verfügung stellen und die örtliche Vergnügungssteuer stark verringern oder temporär aussetzen, damit sich die Kulturlandschaft überall schnell wieder erholen kann.“, so Jasper Robeck, grüner Stadtrat in Erfurt und Mitglied der GRÜNEN JUGEND.

Karoline Jobst, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Thüringen ergänzt: „Aber auch auf lange Sicht muss Kultur endlich mehr politische Unterstützung zukommen. Deshalb möchten wir zum einen die Absicherung von Soloselbstständigen auch nach Corona aufrechterhalten und Künstler*innen so krisenfest machen. Zum anderen muss Kultur endlich als Bildung anerkannt werden. Soziale Einrichtungen, wie Schulen, Kindergärten oder Pflegeheime sollen eigene Kulturbudgets erhalten, von denen sie Künstler*innen einladen können. Wir möchten außerdem, dass der regelmäßige Zugang zu Kultur kein Privileg für Gutverdienende bleibt. Deshalb fordern wir, dass öffentlich geförderte Kulturveranstalter*innen kostenlos Karten zur Verfügung stellen müssen, damit Kultur auch für Menschen mit geringem Einkommen jederzeit zugänglich ist.“


Die GRÜNE JUGEND Thüringen hält in dem auf der Mitgliederversammlung beschlossenen Forderungspapier auch fest, dass die Mittel im Landeshaushalt für die Provenienzforschung verstetigt werden und, wenn möglich, menschliche Überreste oder Raubgut auf respektvollem Weg an ihre Nachfahren übergeben werden. Hierzu soll sich die Thüringer Landesregierung auch gegenüber privaten Trägern Thüringer Museen einsetzen und eine Übergabe begleiten.


Des Weiteren wird eine FINTA (Frauen, Inter, Nonbinär, Trans, Agender)-Quote von 50% auf der Führungsebene von größeren Kunst-Institutionen und eine Diversitätsstrategie gefordert. Das Versprechen nach mehr Diversität darf nicht nur Lippenbekenntnis bleiben. Frauen, LGBTQIA+, PoC, Nicht-Akademiker*innen oder Menschen mit Behinderung müssen über Kultur mitbestimmen können, damit sich die Programme weiterentwickeln können und alle Teile der Gesellschaft ansprechen. Damit das gelingt, soll die staatliche Förderung für größere Institutionen an die Umsetzung von Quote und Diversitätsstrategie geknüpft werden.


Der gesamte Antrag der GRÜNEN JUGEND Thüringen ist hier nachzulesen: https://www.gj-thueringen.de/?resolution=aus-der-pandemie-lernen-kultur-feministisch-krisensicher-und-zugaenglich-fuer-alle