GRÜNE JUGEND Thüringen zum „International Nonbinary Day“ am 14. Juli: Nichtbinäre Menschen müssen in allen Bereichen aktiv mitgedacht werden. Die Einführung geschlechtsneutraler Toiletten ist ein wichtiger Schritt hin zu breiter gesellschaftlicher Anerkennung.

 

Am 14. Juli ist wie jedes Jahr der „International Nonbinary Day“ – ein Aktionstag, der auf die Situation nichtbinärer Menschen aufmerksam machen soll. Nichtbinäre Menschen, d.h. Menschen, die weder Mann noch Frau sind, sind auch in Thüringen nach wie vor massiver Diskriminierung ausgesetzt. Diese zieht sich von gesellschaftlicher Unsichtbarkeit über persönliche Angriffe bis hin zu institutionellen Einschränkungen. So verfügen beispielsweise noch immer die wenigsten öffentlichen Gebäude über geschlechtsneutrale Toiletten, was nichtbinäre Menschen dazu zwingt, sich als ein Geschlecht auszugeben, das sie nicht sind. Dies ist oftmals mit einer großen psychischen Belastung verbunden. Auch Krankenkassen und medizinisches Fachpersonal sind häufig in hohem Maße uninformiert, was teilweise dazu führt, dass Betroffene, um notwendige medizinische Maßnahmen in Anspruch nehmen zu können, sich als eines der binären Geschlechter, also als Mann oder Frau, ausgeben müssen. Hierzu erklärt Sebastian Fachet, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Thüringen: „Es bedarf einer viel größeren Anerkennung nichtbinärer Geschlechter. Ziel muss es sein, dass die Existenz nichtbinärer Menschen eine Selbstverständlichkeit wird wie die von Männern und Frauen. Hierzu müssen nichtbinäre Menschen auf allen Ebenen konsequent mitgedacht werden – von Lehrplänen für Schulen, über Gesetzgebung, Raumplanung bis hin zum alltäglichen Sprachgebrauch.“

Auch für viele Politiker*innen ist die Existenz nichtbinärer Menschen leider nach wie vor keine Selbstverständlichkeit. Die AfD und andere rechte Kräfte tun die geforderte Anerkennung nichtbinärer Geschlechter als „Genderwahn“ ab und auch die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer macht sich lieber über Menschen lustig, die eine dritte Toilettenoption fordern, als sich ernsthaft mit der Situation nichtbinärer Menschen auseinander zu setzen. Isabell Welle, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Thüringen, meint hierzu: „Alle Menschen sind gleich viel Wert, unabhängig von ihrem Geschlecht. Dies muss auch für nichtbinäre Menschen gelebte Realität sein. Teil der Anerkennung nichtbinärer Geschlechter ist auch, dass sie sich im öffentlichen Raum möglichst unbeschwert bewegen können. Hierzu fordern wir die Schaffung geschlechtsneutraler Toiletten in allen öffentlichen Gebäuden. Kein Mann muss auf die Frauentoilette und keine Frau auf die Männertoilette, aber die gegebene Ordnung zwingt Personen, die weder Mann noch Frau sind, sich in eine vergleichbare Situation zu begeben. Dies wird nicht die übrigen Einschränkungen beseitigen und darf nur der Anfang weiterer Maßnahmen sein, doch es handelt sich hierbei um einen wichtigen und notwendigen Schritt hin zu mehr gesellschaftlicher Anerkennung.“