Die Grüne Jugend Thüringen setzt sich in der Zusammenarbeit mit Geflüchteten für
eine Herangehensweise ein, die davon ausgeht, dass den Menschen ein dauerhafter
Verbleib in Deutschland möglich ist. Daher fordern wir verschiedene Maßnahmen,
die es Geflüchteten ermöglichen sollen, aktiv am öffentlichen Leben
teilzunehmen, und ihnen verbesserte Informationsstrukturen bereitstellen.
Informationsstrukturen ausbauen – Ansprechpartner*innen gewährleisten
Wir fordern, eine Struktur von Ansprechpartner*innen für dezentral
untergebrachte Geflüchtete aufzubauen, die mindestens das Niveau der derzeitigen
Ansprechtpartner*innen in Gemeinschaftsunterkünften hat. Im Speziellen fordern
wir, Ansprechpartner*innen für folgende Lebensbereiche zu garantieren:
  • Ansprechpartner*in für allgemeine Angelegenheiten, insbesondere
    rechtliche und verfahrenstechnische Belange
  • Ansprechpartner*in für LSBT*IQ-Personen
  • Ansprechpartner*innen für Frauen*, Kinder und unbegleiteten Jugendlichen
  • Ansprechpartner*in für Bildungs- und Freizeitangebote, insbesondere
    Sprachkurse. Diese*r hat auch zur Aufgabe, Geflüchteten bei der
    Einrichtung eigener Bildungsangebotes behilflich zu sein.
  • Ansprechpartner*in für Anerkannte und Aufenthaltsberechtigte
  • Ansprechpartner*in für Ausbildung und Arbeit
Die Arbeit der Ansprechpartner*innen sollte zentral organisiert werden, wobei die Arbeit dezentral stattfinden soll. Dabei soll auch die Zusammenarbeit mit
ehrenamtlichen Initiativen gestärkt werden, ohne dabei staatliche Aufgaben auf
Ehrenamtliche zu verlagern.
Auf der anderen Seite sollte auch die Koordinierungsstelle „Thüringen hilft“
ausgebaut und verstärkt werden. Dabei soll insbesondere die Präsenz von
„Thüringen hilft“ gestärkt werden, damit der Zentralitätsanspruch der
Koordinationsstelle verwirklicht werden kann.
Bereitstellung von Medien – Zugang für Geflüchtete verbessert
Auch fordern wir den Ausbau verschiedener Dienstleistungen:
  • Wir setzen uns dafür ein, dass Strukturen geschaffen werden, die es
    Geflüchteten ermöglichen, einen kostenlosen Zugang zu Internet beziehungsweise
    internetfähigen Endgeräten zu ermöglichen, auch da dies oft die
    einzige Kontaktmöglichkeit zu Freund*innen und Familie ist. Dabei gilt es
    auch zu prüfen, bereits vorhandene Strukturen (bspw.
    Universitätsnetzwerke) für Geflüchtete zugänglich zu machen.
  • Wir wollen Geflüchteten den Zugang zu Büchern, Filmen und anderen
    Medien ermöglichen. Dabei wollen wir insbesondere den Zugang zu
    Bibliotheken erleichtern. Mittelfristig wollen wir das Angebot der
    Medien in den Muttersprachen der Geflüchteten ausbauen und so auch
    anderen Interessierten die Möglichkeit zur Weiterbildung geben.