Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Xeno-, Homo- und Transfeindlichkeit sind in vielen Bereichen des Lebens vertreten. Dazu gehören auch Sportvereine, deren Umfeld und etwaige Veranstaltungen. Hier stellen wir uns als GJ Thüringen sowohl der verbalen, als auch der physischen Gewalt entschieden entgegen. Dabei tritt die Gewalt in folgenden Schwerpunktbereichen auf:

 

– Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Xeno-, Homo- und Transfeindlichkeit in Vereins- und Verbandsstrukturen, insbesondere auch bei Vereinsgründungen

– Rassist*innen, Antisemit*innen, Sexist*innen sowie xeno-, homo- und transfeindliche Vereinsfunktionär*innen      und Verantwortliche
– Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Xeno-, Homo- und Transfeindlichkeit bei Sportler*innen
– Menschenverachtende Ideologien bei Unterstützer*innen und Fans

 

Bewusstsein in Vereinen und Verbänden stärken, Strukturen antirassistisch, contra antisemitisch und antihomo- und transfeindlich gestalten

 

Sportvereine und -verbände, beziehungsweise deren Verantwortliche nehmen ihre Strukturen oft als unpolitisch wahr. Dies sind sie aber nicht. Sportvereine haben die Möglichkeit, auf ein soziales und faires Handeln miteinander hinzuwirken. Gleichzeitig können sie diese Inhalte aber auch aktiv bekämpfen. Daher ist es absolut notwendig, dass wir in Vereinen und Verbänden zunächst um eine grundlegende Aufmerksamkeit für das Problem werben.

 

Vereine und Verbände haben die Macht, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Xeno-, Homo- und Transfeindlichkeit entgegenzuwirken. Sie haben die Möglichkeit, in ihren Satzungen und Regeln festzuschreiben, wie beim Auftreten von Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Xeno-, Homo- und Transfeindlichkeit verfahren werden soll. Daher haben sie die Möglichkeit, beispielsweise über Fanprojekte, Ausschlussmöglichkeiten und Sportanlagennutzungsvorschriften aktiv rassistischen, antisemitischen, sexistischen, xeno-, homo- und transfeindlichen Strukturen und Taten entgegenzuwirken und diese zu sanktionieren.

 

Bei Vereinsneugründungen werden die Vereine bei der Anerkennung und vor dem Eintritt in Verbandsstrukturen überprüft. Wir wollen darauf hinwirken, dass bei der Überprüfung der Vereine stärker darauf geachtet wird, inwiefern Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Xeno-, Homo- und Transfeindlichkeit in diesen Vereinen vorhanden sein könnten. Dies lässt sich beispielsweise daran festmachen, ob bekannte Rassist*innen, Antisemit*innen oder xeno-, homo- und transfeindliche Menschen tragende Funktionen in diesen Vereinen haben.

 

Rassist*innen, Antisemit*innen, Sexist*innen, xeno-, homo- und transfeindlichen Menschen keinen Platz in Vereinen

 

In Vereinen gibt es verschiedene Machtpositionen wie Funktionär*innen oder Trainer*innen. Rassist*innen, Antisemit*innen, Sexist*innen, xeno-, homo- und transfeindliche Menschen haben in diesen Machtpositionen die Möglichkeit, ihre menschenverachtenden Ideologien und Ansichten zu verbreiten. Funktionär*innen und Trainer*innen können somit einen Einfluss auf Kinder, Jugendliche und Heranwachsende ausüben. Dies geschieht vor allem oft ohne das Wissen der Erziehungsberechtigten.

 

Um diesem Risiko vorzubeugen, müssen wir Initiativen von staatlicher Seite und ehrenamtlichen Organisationen stärken, die Workshops anbieten und Informationen herausgeben, um den Vereins- und Verbandsfunktionär*innen zur Seite zu stehen. Informationsbroschüren gegen Rassismus (inkl. Xenophobie) und Antisemitismus gibt es zahlreich. Wir bedauern, dass Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit in Sportvereinen auch bei Informationsbroschüren weitgehend unbeachtet ist. Wir arbeiten darauf hin, dass solche Informationsbroschüren in allen Vereinsheimen zur Grundausstattung gehören.

 

Rassist*innen, Antisemit*innen, Sexist*innen, xeno-, homo- und transfeindliche Menschen als Sportler*innen

 

Sowohl Erwachsene als auch Kinder können in Sportvereinen die sozialen Verknüpfungen nutzen, um ihren Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Xeno-, Homo- und Transfeindlichkeit zu verbreiten. Dabei ist es wichtig, mannschaftsinterne Strukturen zu stärken, die dem entgegenwirken. Vereine können über ihre Satzung solche Mitglieder ausschließen. Insbesondere Trainer*innen muss aber Hilfe dabei gegeben werden, solchen Ideologien entgegenzutreten. Hier sind Schulungen notwendig, die diese Probleme explizit besprechen und konkrete Lösungsansätze bieten. Im Kinderbereich ist es dabei insbesondere wichtig, dass es als Lösung nicht ausreicht, die Eltern auf die Handlungen ihrer Kinder aufmerksam zu machen, da diese oft selber die gleichen Ideologien vertreten.

 

Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Xeno-, Homo- und Transfeindlichkeit bei Fans bekämpfen – Fanprojekte gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Xeno-, Homo- und Transfeindlichkeit stärken

 

Im Bereich der Unterstützer*innen und Fans kommt es zum größten Aufkommen physischer und verbaler Gewalt. Wir fordern, dass die rassistische, antisemitische, sexistische, xeno-, homo- und transfeindliche Gewalt im Umfeld von Sportveranstaltungen stärker verfolgt und mehr auf politische Motive geprüft und untersucht wird. Im Rahmen von Sportveranstaltungen kleinerer Sportarten gibt es meist keine Ordner*innen. Dadurch entsteht eine besondere Bedrohungssituation. Hier ist es die Aufgabe der Verbände, Schiedsrichter*innen und Kampfgerichte explizit zu schulen, um ihnen konkrete Handlungsmöglichkeiten zu geben.

 

Viele Fanprojekte und Sozialarbeiter*innen kämpfen im Umfeld der Vereine gegen rassistische, antisemitische, sexistische, xeno-, homo- und transfeindliche Gewalt. Wir wollen diese Projekte unterstützen und eine stärkere Zusammenarbeit mit ihnen vorantreiben. Dabei wollen wir den Initiativen helfen, innerhalb der Vereine eine stärkere Position einnehmen zu können.

 

Die Grüne Jugend Thüringen wird sich in Zukunft stärker gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Xeno-, Homo- und Transfeindlichkeit im Sport einsetzen. Wir wollen Fanprojekte stärken, die Organisation von Workshops vorantreiben und die Aufmerksamkeit in Vereinen und Verbänden stärker auf die Problematik lenken. Dabei wollen wir insbesondere auch die Aufmerksamkeit auf Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit im Sport lenken, da dieses Thema bisher wenig beachtet wird.