Unser Ziel als GRÜNE JUGEND Thüringen ist es, junge Menschen an Politik zu beteiligen, Bildungsarbeit zu leisten und die Interessen junger Menschen zu vertreten. Dabei erreichen wir längst nicht alle und nicht allen ist es aktuell möglich, bei uns mit zu machen. An vielen Stellen gibt es hohe Hürden und Barrieren, die es Menschen erschweren oder sogar unmöglich machen, Teil der GRÜNEN JUGEND zu werden. Das wollen wir ändern, denn der GRÜNE JUGEND soll niemanden ausschließen.

Im folgenden Antrag halten wir erste Schritte fest, die nötig sind, um unseren Verband inklusiver zu gestalten. Die GRÜNE JUGEND Thüringen und alle ihre Ortsgruppen verpflichten sich selbst, die Punkte so gut es geht zu realisieren und regelmäßig über die Inklusivität ihrer Arbeit zu reflektieren.

Junge Menschen und Schüler*innen

Die GRÜNE JUGEND Thüringen bringt vor allem junge Stimmen und Perspektiven in den politischen Diskurs ein. Dazu brauchen wir junge Menschen und Schüler*innen in unseren Reihen.

Die GRÜNE JUGEND Thüringen ist aktuell studentisch geprägt. Vorwissen, universitäre Themen und akademische Sprache wird daher oft vorausgesetzt. Um mehr Kinder und Jugendliche anzusprechen und einen sicheren Raum zu bieten, werden wir folgende Maßnahmen umsetzen:

  • Kein Konsum von Alkohol und andere Drogen während Veranstaltungen und Treffen
  • auf für Kinder und Jugendliche relevante Themen eingehen, z.B. Schule
  • unkomplizierte Sprache verwenden und Fachwörter und Abkürzungen erklären
  • junge Menschen z.B. durch Buddy-System gut in die Gruppe integrieren
  • jungendfreundlichen Ort und Zeit der Veranstaltungen wählen

Eltern

Um jungen Menschen mit Kindern die Teilhabe zu erleichtern bekennen wir uns an dieser Stelle deutlich:

  • In Finanzordnung und/oder Satzung soll die Erstattung von Kinderbetreuung explizit aufgeführt werden
  • Auf die Möglichkeit der kostenlosen Kinderbetreuung soll in Einladungen hingewiesen werden

Menschen mit Behinderungen und neurodiverse Menschen

Menschen mit Behinderungen müssen oft große Hürden im Kauf nehmen, wenn sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben möchten. Als GRÜNE JUGEND Thüringen möchten wir allen die Möglichkeit geben, sich bei uns zu engagieren und an unserem Angebot teilzunehmen. Deswegen möchten wir in Zukunft bei unseren Veranstaltungen und in unserem Verband auf folgende Punkte achten:

  • Räumlichkeiten für Veranstaltungen sollten, soweit möglich, physisch barrierearm sein. Dazu gehören barrierearme Toiletten, Aufzüge und genügend Platz für Rollstühle und andere Gehhilfen.
  • Für Menschen mit Hörbehinderungen sollen Induktionsspiralen, gekennzeichnete, geeignete Sitzplätze und Dolmetscher*innen für Gebärdensprache bereitgestellt werden.
  • Beiträge auf Social Media Kanälen sollen über einen durch einen Screenreader leicht lesbaren Alternativtext verfügen. Videos sollen untertitelt werden.
  • Webseiten sollten so barrierearm wie möglich gestaltet werden
  • Texte sollten ins Leichte Sprache übersetzt werden. Dafür sollte es Bildungsangebote für Mitglieder geben.

Es gibt auch viele Menschen, die aufgrund von nicht sichtbaren Behinderungen, psychischen Krankheiten oder Neurodiversität Schwierigkeiten haben, an der Grünen Jugend teilzuhaben. Um die Hürden für diese Menschen so niedrig wie möglich zu halten, verpflichten wir uns:

  • Klar gekennzeichnete, ruhige und sichere Ruheräume bei unseren Veranstaltungen bereit zu stellen, insbesondere bei Partys, Feiern oder Spieleabenden
  • Sowohl bei Online- als auch bei Präsenzveranstaltungen auf Redelisten zu achten und allen die Möglichkeit zu geben, sich äußern zu können.

Menschen, die von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit betroffen sind

Die Gesellschaft in der wir leben benachteiligt systematisch Gruppen von Menschen und rassistische, sexistische, ableistische, queerfeindliche, antisemitische und islamophobe Diskriminierung können in allen sozialen Gruppen stattfinden. Als GRÜNE JUGEND Thüringen ist uns bewusst, dass auch unser Verband von gesellschaftlichen Machtstrukturen geprägt und nicht frei von Diskriminierungsformen ist. Dies reflektieren wir und setzen uns gezielt dagegen ein.

Um unsere Mitglieder und Teilnehmenden so gut wie möglich vor jegliche Formen von Diskriminierung schützen zu können, verpflichten wir uns:

  • Regelmäßig Bildungsangebote zur Sensibilisierung anzubieten
  • Unser Verhalten und unseren Umgang miteinander regelmäßig zu reflektieren und dafür einen sicheren Rahmen zu schaffen
  • Awareness im Landesverband, auch über das Awareness-Team hinaus, aufzubauen und darauf zu achten, dass von Diskriminierung betroffene Mitglieder niedrigschwellige und neutrale Unterstützung bekommen können

Finanzielle und zeitliche Hürden

Als GRÜNE JUGEND Thüringen wollen wir verhindern, dass Kosten Personen daran hindern, sich politisch einzubringen. Deshalb werden wir überprüfen, wie wir Kostenerstattung so einfach wie möglich gestalten können.

Ein Faktor, der Personen kategorisch ausschließen kann, ist Zeit. Nicht alle haben die Zeit sich zu beteiligen und einige Uhrzeiten schließen Gruppen aus. Beispielweise können Schüler*innen und viele Arbeitnehmer*innen tagsüber unter der Woche nicht und für Eltern junger Kinder sind oft frühe Abendtermine schlecht. Hier ist es leider nicht möglich immer alle Personengruppen mitzudenken, da sich die Bedürfnisse teilweise gegeneinander ausschließen. Deshalb ist es wichtig, möglichst viele Interessen zu berücksichtigen und Termine
möglichst mit viel Vorlauf anzukündigen. Genaue Zeitangaben über Beginn, Ende und Dauer der Veranstaltungen können Menschen mit wenig Zeit bei ihrer Planung helfen und sie motivieren, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen.

Die Landesmitgliederversammlung der GRÜNEN JUGEND Thüringen beauftragt den Landesvorstand, zu überprüfen, welche oben aufgeführten Punkte sinnvoll in der Satzung und der Finanzordnung ergänzt werden können. Außerdem soll der Landesvorstand in Zusammenarbeit mit den Antragsteller*innen einen Reader erarbeiten, in denen die Umsetzung der einzelnen Punkte erklärt und für
Ortsgruppen umsetzbar gemacht wird.

Zusammenfassung in einfacher Sprache

Inklusion bedeutet, alle Menschen können mitmachen.

Alle Menschen sollen bei uns mitmachen können.

Dafür müssen wir Dinge ändern.

Wir möchten Schüler und Schülerinnen dabei haben.

Das sind Menschen, die zur Schule gehen.

Deshalb trinken wir keinen Alkohol bei Treffen.

Wir nehmen keine Drogen bei Treffen.

Wir reden über Themen, die Schüler und Schülerinnen interessieren.

Wir verwenden einfache Sprache.

Wir erklären Wörter.

Wir treffen uns zu Uhrzeiten, die gut für Schüler und Schülerinnen sind.

Wir betreuen Kinder. Wenn Eltern an unseren Treffen teilnehmen.

Wir möchten Menschen mit Behinderungen dabei haben.

Wir wollen wir barriere-arm sein.

Wir treffen uns an Orten, die jeder erreichen kann.

Dafür suchen wir Räume mit Aufzügen, viel Platz für Roll-Stühle und barriere-
arme Toiletten.

Wir wollen Dolmetscher und Dolmetscherinnen für Gebärden-Sprache haben.

Dolmetscher und Dolmetscherinnen für Gebärden-Sprache helfen Menschen mit Hör-
Behinderungen.

Unsere Videos haben Unter-Titel.

Unsere Texte gibt es auch in leichter Sprache.

Unsere Veranstaltungen haben Ruhe-Räume.

In Ruhe-Räumen kann man sich erholen.

Ruhe-Räume sind leise.

Auf der Tür steht: Ruheraum.

Wir lassen alle reden und unter-brechen nicht.

Wir diskriminieren nicht. Diskriminieren heißt, Menschen werden ausgeschlossen.

Zum Beispiel, weil sie Schwarz sind. Oder weil sie eine andere Religion haben.
Oder eine andere Sprache sprechen.

Dafür reden wir über unser Verhalten.

Wir schützen Menschen, die ausgeschlossen werden.

Wir lernen, wie wir weniger diskriminieren können.

Manchmal haben Menschen wenig Zeit.

Dann können sie nicht bei der Grünen Jugend mitmachen.

Wir wollen, dass alle Menschen teilnehmen können.

Dafür finden wir gute Zeiten. Zum Beispiel für unsere Treffen.

Dann können mehr Menschen dabei sein.

Manchmal fahren Menschen mit dem Zug zu unseren Treffen.

Oder kaufen Essen für alle.

Das kostet Geld. Sie kriegen das Geld zurück. Dafür müssen sie einen Antrag
stellen.

Wir wollen diesen Antrag leichter machen.

Dann können Menschen einfacher ihr Geld zurück haben.