Vergangene Woche kritisierte Thüringens Bildungsminister „Fridays for Future“ – eine Bewegung von Schüler*innen in ganz Deutschland, die jeden Freitag für mehr Klimaschutz streiken, statt in die Schule zu gehen. Aus Sicht des Ministeriums sei das „nicht der beste Weg zum gewünschten Ziel“.

Laura Wahl, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Thüringen, sieht das anders: „Wenn Bildungsminister Helmut Holter meint, dass die Klimastreiks falsch seien, hat er die Schüler*innen nicht verstanden: wir streiken nicht die Schule oder Uni, weil es uns Spaß macht – wir streiken, weil uns die klimaschädliche Politik der Bundesregierung keine andere Wahl lässt.“

Bereits heute beträgt die durchschnittliche Erwärmung in Thüringen 1,3 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit. Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass die nächsten Jahre entscheidend sind, wenn global das 1,5 Grad-Ziel noch eingehalten werden soll.

„Trotz dieser Fakten schiebt die große Koalition den Kohleausstieg auf die lange Bank, obwohl wir dafür gar keine Zeit mehr haben. Da reicht es nicht mehr nach der Regeln zu spielen!“ so Wahl weiter.

Laut Weltklimarat (IPCC) sind „schnelle, weit reichende und nie dagewesene Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft“ notwendig, wenn die durchschnittliche Erwärmung der Erde noch auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzt werden soll.

„Klar ist, dass ein Kohleausstieg allein nicht ausreicht. Wir brauchen z.B. auch dringend eine Verkehrswende, die den Weg in eine klimafreundliche Mobilität startet – weg vom Fokus auf den motorisierten Individualvekehr. Solange sich manche Menschen jedoch mehr über streikende Schüler*innen aufregen als über das Nichtstun der Bundesregierung in Bereichen wie dem Verkehrs- oder Agrarsektor, wissen wir, dass wir unsere Stimmen weiterhin laut erheben müssen – bis sich wirklich etwas ändert“, so Wahl abschließend.