Eine vegane Lebensweise bedeutet, auf alle tierischen Produkte zu verzichten. Die GRÜNE JUGEND Thüringen hat als Verband eine klare vegane Selbstverpflichtung, hier sind unsere wichtigsten Gründe:

1. Tiere sind nicht unsere Ware!

Männliche Küken werden vergast und Tiere leben so zusammengedrängt, dass sie sich gegenseitig anfressen und anpicken – das ist Realität in deutschen Ställen. Wir halten ein grundsätzliches Umdenken bei unserem Verständnis von Nutztierhaltung für längst überfällig. Tiere sind eigenständige Lebewesen und keine Waren, die lediglich dazu da sind, das Wohlbefinden von Menschen zu steigern!

 

2. Umweltschutz

Die derzeitige Nutztierhaltung bringt nicht nur die Ausbeutung von Tieren mit sich, sondern verursacht auch enorme Umweltschäden. Besonders die Unmengen an Gülle bringen Ammoniak in die Luft und Nitrat ins Grundwasser (1). Böden versauern und naturnahe, nährstoffarme Flächen werden mit Folgen wie Überdüngung und damit der Zerstörung von Lebensräumen und Biodiversität konfrontiert.

 

3. Klimaschutz

Die industrielle Massentierhaltung trägt in Deutschland maßgeblich zur Emission von klimaschädlichen Gasen bei. Studien zeigen (2), dass die Tierhaltung für mindestens ein Fünftel der Treibhausgase weltweit verantwortlich ist. Dabei spielen besonders Methanemissionen eine große Rolle. So werden bei der Herstellung von nur einem Kilogramm Rindfleisch 20kg CO2-Äquivalente ausgestoßen (3). Eine pflanzenbasierte Ernährung verringert dagegen die Umweltbelastung deutlich, den CO2-Fußabdruck etwa um über 50% (4).

 

4. Ressourchen schonen

Eine vegane Ernährung verringert den Bedarf an Land, Energie und Wasser enorm. Rund ein Drittel der weltweiten Anbauflächen werden für die Produktion von Viehfutter verwendet (5). Eine Studie belegt außerdem, dass eine Kalorie aus Fleisch zehnmal so viel Wasser verbraucht wie eine Kalorie aus Pflanzennahrung (6). Angesichts der globalen Süßwasserknappheit und einer wachsenden Weltbevölkerung ist eine ökologisch nachhaltige Ernährung damit auch aus sozialen Gründen notwendig.

 

5. Ausbeutung im Schlachthaus

So billig wie Deutschland schlachtet kaum ein anderes Land in Europa. Damit das möglich ist, werden über Subunternehmen Werkarbeiter*innen, meist aus Osteuropa, angestellt. Mit schlechten Unterkünften, mieser Bezahlung und der Umgehung von Arbeitnehmer*innenrechten werden die Kosten für die Schlachthöfe gedrückt. Das Problem ist bekannt, getan wird dagegen kaum etwas (7).

 

6. Gesundheit

Wenn Tiere nicht gesund bleiben, werden sie zum Kostenfaktor. Um dem entgegenzuwirken, greifen Landwirt*innen und Tierärzt*innen häufig auf Antibiotika zurück. Gelangen selbst geringe Mengen davon über das Fleisch in den menschlichen Körper, können sie zu Antibiotika-Resistenzen führen, die im Krankheitsfall Lebensgefahr bedeuten (8).
Zudem belegen Studien (9), dass Veganer*innen seltener unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs, Alzheimer, Parkinson und weiteren Krankheiten leiden und somit eine höhere Lebenserwartung haben als Menschen, die tierische Produkte konsumieren.

 

7. Bio-Produkte als Lösung?

Nein. Es stimmt zwar, dass die Haltungsbedingungen in der biologischen Tierhaltung besser sind als in der konventionellen Tierhaltung. So muss beispielsweise die Größe der Ställe höheren Ansprüchen genügen. Jedoch steht auch in vielen Bio-Ställen der wirtschaftliche Nutzen der Tiere im Vordergrund. Es werden also bestenfalls Mindeststandards eingehalten. Bio-Betriebe können außerdem nicht die riesige Nachfrage nach tierischen Produkten decken. Selbst wenn das möglich wäre, bleibt das Problem bestehen, dass die Tierhaltung viele Ressourcen verbraucht und der Umwelt schadet. Es muss deshalb primär darum gehen, die Menge des Konsums und somit die Herstellung von tierischen Produkten stark zu reduzieren.

 

 

Mehr zu den Schweineskandalen in Thüringen findest du hier.

 

Quellen und weiterführende Informationen

1: http://www.massentierhaltung-mv.de/die-fakten/die-folgen-fuer-die-umwelt/

2: http://www.veggiday.de/klimawandel/37-klimaberichte/4-klimawandel-treibhausgase-fleisch-51-prozent-co2.html

3: https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/1-kg-rindfleisch

4: https://vebu.de/tiere-umwelt/umweltbelastung-durch-fleischkonsum/

5: https://www.boell.de/de/2015/01/08/futtermittel-viel-land-fuer-viel-vieh

6: https://wikileaks.org/plusd/cables/09BERN129_a.html

7: https://www.vice.com/de/article/arbeiter-in-deutschen-schlachthoefen-ausbeutung

8: https://www.boell.de/sites/default/files/fleischatlas_regional_2016_aufl_3.pdf (S. 32)

9: http://www.pnas.org/content/113/15/4146.full.pdf