Anlässlich des IDAHOBIT*, einem internationalen Aktionstag am 17. Mai gegen Homo-, Bi-, Inter- und Trans*-feindlichkeit, fordert die GRÜNE JUGEND Thüringen die baldige Umsetzung des Koalitionsziels, eine Antidiskriminierungsstelle zu schaffen.

Dazu Laura Wahl, frauen-, inter-, trans- und genderpolitische Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Thüringen: „Für viele Menschen sind Diskriminierungserfahrungen im Alltag leider keine Seltenheit. So gaben in einer Studie1 82% der befragten lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* (LSBT*-) Jugendlichen an, mindestens einmal Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität erfahren zu haben. Jede Art von Diskriminierung kann dabei weitreichende negative Folgen für die Gesundheit und die Lebensqualität der Betroffenen haben.“

Eine staatlich unabhängige Antidiskriminierungsstelle in Thüringen, die niedrigschwellige Beratung bietet und Ansprechpartnerin für alle Bürger*innen ist, könnte für Betroffene eine große Hilfe darstellen. „Ich fordere die Landesregierung, die sich die Förderung von Akzeptanz und Vielfalt auf die Fahnen geschrieben hat, dazu auf, die geplante Antidiskriminierungsstelle unverzüglich einzurichten. Denn ob aufgrund der sexuellen Orientierung, einer Behinderung oder der Hautfarbe – Diskriminierung ist immer herabwürdigend und darf von Zivilgesellschaft und Staat nicht toleriert werden“, so Wahl abschließend.

 

 

Hintergrund:

Der IDAHOBIT* (International Day Against Homophobia, Biphobie, Interphobia & Transphobie) findet jedes Jahr am 17. Mai statt. Der Tag wurde 2004 ins Leben gerufen, um Politik, Medien und Öffentlichkeit auf die Gewalt und Diskriminierung aufmerksam zu machen, die Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Intersex und Queers (LSBT*IQ) weltweit immer noch erfahren. Das Datum wurde bewusst gewählt, um an die Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu erinnern, die am 17. Mai 1990 Homosexualität aus dem Krankheitskatalog gestrichen hat. Zuvor galt gleichgeschlechtliches Begehren als therapie-bedürftige psychische Störung.

 

Quelle:

1 „Coming Out – und dann…?!“ Ein DJI-Forschungsprojekt zur Lebenssituation von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Jugendlichen und jungen Erwachsenen, 2015

http://dji.webseiten.cc/fileadmin/user_upload/bibs2015/DJI_Coming-out_Broschuere_barrierefrei.pdf