Das Ziel darf es nicht sein, Menschen mit Behinderung zu integrieren und ihnen lediglich hier und da Zugänge zu schaffen, sondern Ziel muss sein, die gesellschaftlichen Strukturen, wie Einrichtungen oder Dienste, so zu gestalten, dass sie für alle Menschen sinnvoll nutzbar sind.

Deshalb ist es  dringend notwendig, die zum Teil noch mangelhaft vorhandene Barrierefreiheit beim ÖPNV weiter auszubauen, sodass alle Transportmittel und Haltestellen uneingeschränkt genutzt werden können. Genauso wichtige ist es jedoch auch, Hürden abzubauen, die z.B. die Beschaffung von allgemeinen Informationen erschweren. Als politische Jugendorganisation setzt sich die GRÜNE JUGEND Thüringen besonders dafür ein, dass Menschen mit Behinderung an der politischen Willensbildung uneingeschränkt teilhaben können. Das umfasst u.a. die Möglichkeit der Informationsbeschaffung sowohl online als auch offline. Zum Ersteren gehören beispielsweise barrierefreie Dokumente, Alternativtexte für Bilder, Gebärdendolmetscher*innen oder untertitelte Videos. Zum Letzteren gehören der stets barrierefreie Zugang zu Wahllokalen, die Möglichkeit der uneingeschränkten Teilnahme an Versammlungen, Veranstaltungen oder Plenarsitzungen, als auch ggf. die Bereitstellung eine*r Gebärdendolmetscher*in oder von Blindenhelfer*innen.

Hier sehen wir uns politischer Jugendverband selbst in der Pflicht, Menschen die Partizipation an der Verbandsarbeit und an Veranstaltungen & Aktionen ohne große Hürden zu ermöglichen. Unser Ziel für 2017 ist es deshalb, Barrieren zu analysieren und abzubauen und gemäß unserem Motto #GrenzenlosGlücklich für eine barrierefreie Welt zu streiten – und dies auf eine Art und Weise, die allen Menschen ermöglicht, daran teilzuhaben und mitzugestalten.

Auch der aktuelle Thüringer Inklusions-Monitor (Fallzahl=1002) zeigt, dass sowohl Menschen mit als auch ohne Behinderung (mit 61 bzw. 60%) fast zu gleichen Teilen der Meinung sind, dass die Barrierefreiheit im Freistaat nicht ausreichend gewährleistet ist. 49% der befragten Menschen mit Behinderung sind der Meinung, dass in Thüringen nicht ausreichend Maßnahmen getroffen werden für eine bessere Teilhabe von Behinderten. Derselben Ansicht sind auch 41% der Menschen ohne Behinderung. Unsere Forderung „Behinderte Menschen im (politischen) Leben stärken“ ist ein weites und wichtiges Feld – umso mehr Ansatzpunkte gibt es, die benötigten Vorkehrungen umzusetzen.