Ein elternunabhängiges BAföG wird bisher nur in Ausnahmefällen genehmigt. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der*die Auszubildende zu Beginn des Ausbildungsabschnitts das 30. Lebensjahr vollendet hat oder zwischen dem 18. Geburtstag und Ausbildungsbeginn mindestens fünf Jahre gearbeitet hat. Wir fordern, diese Regelung des „Elternunabhängigen BAföGs“ auf alle Auszubildenden auszuweiten, da nur so für alle die gleichen Ausbildungschancen garantiert sind. In manchen Fällen sagt das Einkommen bzw. das Vermögen der Eltern nichts über die tatsächlichen finanziellen Möglichkeiten der*s Auszubildenden aus. So kann es beispielsweise vorkommen, dass Eltern ihrem Kind keinen Unterhalt zahlen, obwohl sie laut Gesetz dazu verpflichtet sind. Zwar kann in diesem Fall gegen die Eltern geklagt werden, in der Theorie ist dies aber leichter gesagt als in der Praxis getan. Auch ist es möglich, dass jemand kein Anrecht mehr auf Unterhalt der Eltern hat, die Bedingungen für ein elternunabhängiges BAföG aber nicht erfüllt sind. Wenn die Eltern ihr Kind dann nicht unterstützen wollen obwohl sie es eigentlich könnten, kann dies die Ausbildung des Kindes gefährden. Dies hat in unseren Augen nichts mit Chancengleichheit zu tun! Wir fordern deshalb ein elternunabhängiges BAföG für alle!