Unsere Sprecherin Laura Wahl war heute gemeinsam mit Charlotte Blücher, Richard Krüger und Tizian Optenberg von der GJ Sachsen beim Jugendpolitischen Dialog in Leipzig, wozu die ver.di-Jugend bereits zum 2. Mal eingeladen hat. Die Veranstaltungsreihe hat zum Ziel, die Gemeinsamkeiten, aber auch die inhaltlichen Differenzen der politischen Jugendverbände im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 herauszuarbeiten. Mit dabei waren heute Vertreter*innen der Jusos, Jungen Liberalen, Jungen Union und der ver.di-Jugend. Die beiden Themenblöcke Rente und Umwelt wurden dabei durchaus sehr kontrovers diskutiert.

Einig waren sich alle, dass die Digitalisierung die Arbeitswelt verändern wird und das Rentensystem verändert bzw. angepasst werden muss. Sehr unterschiedliche Positionen hatten wir dann allerdings, als es darum ging, wie ein gerechtes Rentensystem aussehen kann. Während JuLis und JU an einer privaten Rentenversicherung festhalten wollen, sind wir als GRÜNE JUGEND Thüringen – aber auch die Jusos – der Meinung, dass es eine staatlich gesicherte Grundrente braucht. Nur auf diese Weise kann auch Menschen mit unstetigen Erwerbsbiographien ein würdevolles Leben im Alter ermöglicht werden, das gesellschaftliche Teilhabe erlaubt. Doch auch mit einem gerechten Rentensystem können nur die Symptome eines ungerechten Arbeitsmarktes bekämpft werden. Und deshalb lohnt es sich auch weiterhin für eine Gesellschaft zu kämpfen, in der Frauen und Männer den selben Lohn erhalten, wo die Bildungschancen nicht vom Einkommen der Eltern abhängen – schlicht für ein solidarisches Gesellschaftssystem. Und hier hat sich ein fundamentaler Unterschied im Menschenbild zu Junger Union und Jungen Liberalen gezeigt. Diese wollen die individualisierte private Rente nämlich sogar noch ausbauen, weil sie der Meinung sind, jede*r könne ja selbst vorsorgen. Dass dies gerade für Geringverdienende (mit Kindern) oft gar nicht möglich ist, verkennen sie, und fördern damit die weitere Spaltung zwischen Wohlhabenden und Geringverdienenden. Eine solidarische Gesellschaft sieht anders aus!

Ähnlich kontrovers wurden die Bereiche Umwelt/Klima diskutiert. Alle Jugendverbände waren sich zwar einig, dass Umweltschutz und der Kampf gegen den Klimawandel wichtige Themen sind, über die erforderlichen Maßnahmen gingen die Meinungen jedoch weit auseinander. Während bei JU und JuLis eine große Technologiegläubigkeit vorherrscht, also die Hoffnung, dass durch wissenschaftliche Forschung und effizientere Maschinen ein Teil des Problems behoben werden könne, ist für uns klar, dass effektiver Klimaschutz auch mit einer Verringerung unseres Konsums einhergehen muss.

Dies waren nur einige der Punkte, die heute angesprochen worden sind. Es war auf jeden Fall sehr spannend, die unterschiedlichen Positionen zu diskutieren – aber auch Gemeinsamkeiten zu finden – und wir danken der verdi-Jugend für die Organisation des Dialogs. Der nächste Jugendpolitische Dialog soll dann im Januar 2017 statt finden. Wir freuen uns schon!photo_2016-11-19_19-07-16