Am 16.10. fand die 2. Landesmitgliederversammlung der GRÜNEN JUGEND Thüringen in Jena-Göschwitz statt. Nach der Verabschiedung des bisherigen Landessprechers Jonas Graeber, der studienplatzbedingt aus Thüringen wegzieht, stand die Wahl einer neuen Sprecherin auf der Tagesordnung. Aufgrund der üblichen Quotierung des Landesvorstands war der Platz nur für Frauen, Inter oder Trans*-Personen (FIT*) offen. Britta Rauschnabel (25) entschied sich spontan für eine Kandidatur und wurde daraufhin im ersten Wahlgang mit 70% der Stimmen zur neuen Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Thüringen gewählt. Sie wird zusammen mit Laura Wahl (21) bis zu den nächsten turnusmäßigen Landesvorstandswahlen im Frühjahr 2017 das Sprecherinnenteam bilden.

 

Britta Rauschnabel nach der Wahl: „Ich freue mich sehr, dass die Mitgliederversammlung mir ihr Vertrauen ausgesprochen hat. Ich möchte mich als Sprecherin vor allem für mein Herzensthema Umweltschutz einsetzen. Deshalb freut es mich sehr, dass auch ein umfassender Leitantrag zum Thema Umweltschutz beschlossen wurde, der die Ökologisierung vieler wichtiger Bereiche in Thüringen fordert. Eine Ökologisierung des Verkehrs und eine Förderung des Radverkehrs, z.B. durch den Ausbau von sicheren Radwegen, ist in Thüringen und auch Erfurt, meinem jetzigen Wohnort, dringend nötig.“

 

Die GRÜNE JUGEND Thüringen fordert im Beschluss „Umweltschutz Lokal – Global“ u.a. den Schutz der Wälder und des Bodens in Thüringen. So muss die immer noch in einem drastischen Tempo voranschreitende Bodenversiegelung dringend ein Ende haben! Die GJ Thüringen fordert deswegen, die jährliche Fläche, die durch Baumaßnahmen versiegelt wird, auf ein absolutes Minimum zu beschränken, da jede versiegelte Fläche unwiderruflich Boden zerstört. Auch im Kampf gegen Hochwasser kann dies eine große Bedeutung spielen. Außerdem wird im Beschluss eine Begrünung der Städte und eine Förderung der ökologischen Landwirtschaft durch die Landesregierung gefordert. Es ist fatal, dass von 2014 auf 2015 der Anteil von ökologisch bewirtschafteten Flächen sogar sank — um 10% auf 4,2%. Hier muss dringend ein Umsteuern stattfinden.

 

In einem weiteren Beschluss fordert die GJ Thüringen die Landesregierung auf, sich im Bundesrat für eine Initiative zum bedingungslosen Bleiberecht für Romnija und Roma in Deutschland einzusetzen. Dazu Laura Wahl: „Antiziganismus ist bis heute fest in den europäischen Gesellschaften verankert. Dieser äußert sich z.B. im systematischen Ausschluss von Roma von gesellschaftlichen
Ressourcen wie Bildung, medizinischer Versorgung oder Wohnraum, der besonders im
Winter für viele lebensbedrohlich wird. Diesem Antiziganismus wird durch das Asylverfahren in Deutschland nicht Rechnung getragen. Durch die Ausweitung der sicheren Herkunftsstaaten sind die Hürden für viele Roma und Romnija noch einmal höher geworden. Angesichts der oben beschriebenen Zustände ist es unzumutbar, Romnija und Roma gegen ihren Willen in ihre Heimat- oder sogenannte „sichere Herkunftsländer“ abzuschieben. Wir fordern deshalb ein bedingungsloses Bleiberecht für alle Romnija und Roma.“