Montagsfakten Nr. 3

Seit dem 04. April 2016 ist der EU-Türkei-Flüchtlingspakt in Kraft. Ziel ist es, die Zahl von Geflüchteten in der Europäischen Union zu reduzieren. Dazu sollen Geflüchtete aus der EU zurück in die Türkei geschoben und jene, die auf der Flucht nach Europa sind, in der Türkei festgesetzt werden, während ihr Asylantrag geprüft wird.
Geflüchtete werden in der Türkei allerdings nur unzureichend geschützt und erhalten, wenn sie nicht aus Europa stammen auch keinen vollen Geflüchtetenstatus durch die türkischen Behörden. Nur für 10 % der syrischen Flüchtenden gibt es überhaupt Kapazitäten in Geflüchtetenlagern der Türkei, die anderen 2,5 Millionen syrischen Asylsuchenden und Geflüchteten werden bei der Suche nach einer Unterkunft von den türkischen Behörden allein gelassen, auch finanzielle Unterstützung erhalten nur Wenige. Im Ergebnis führt das zu massiver Obdachlosigkeit, Kinderarbeit und Verelendung geflüchteter Familien. In einer Studie wurde festgestellt, dass nur 33 % der untersuchten Gruppe von Geflüchteten in nicht gesundheitsgefährdenden Häusern leben.
Darüber hinaus gibt es Berichte aus den letzten Monaten, nachdem die Türkei Akademiker*innen unter den Geflüchteten nicht länger ausreisen lässt, während andere Geflüchtete von der Türkei auch in Kriegsgebiete wie Afghanistan, Irak und Syrien zurückgeschoben werden.
Einen ausführlichen Report zur Situation von Geflüchteten in der Türkei gibt es unter www.amnesty.org/en/documents/eur44/3825/2016/en/ zum Download.

Quellen:
www.amnesty.de/2016/6/3/tuerkei-ungenuegender-schutz-fuer-fluechtlinge

www.amnesty.eu/en/news/press-releases/eu/asylum-and-migration/eu-s-reckless-refugee-returns-to-turkey-illegal-0983/#.V1DeBpGLSUk

Bild:
Erik Marquardt