Die Grüne Jugend Thüringen begrüßt die Pläne der Thüringer Landesregierung, die straffreie Besitzmenge von Cannabis zu erhöhen, fordert aber noch weitergehende Schritte auf dem Weg zur Legalisierung.
 
Dazu Laura Wahl, Landessprecherin : „Wir begrüßen das Vorhaben der Thüringer Landesregierung, die Cannabis-Freimengen zu erhöhen. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entkriminalisierung von Cannabis-Konsument*innen, denn die bisherige Drogenpolitik hat lediglich eines vor Augen geführt: Die Prohibition ist gescheitert. Sie trägt nicht nur eine Mitschuld an den gewaltvollen Konflikten in den Drogenanbaugebieten weltweit, wo ein aussichtsloser und brutaler Krieg gegen Drogen geführt wird, sondern birgt auch eine große Gefahr für die Konsument*innen.“
 
 Jonas Graeber, ebenfalls Landessprecher, ergänzt: „Wir fordern ein radikales Umdenken in der Drogenpolitik: Weder soll Drogenkonsum idealisiert, noch soll er moralisch geächtet werden. Die Entscheidung für oder gegen Rausch sollte der privaten, aber mündigen Entscheidung der Einzelnen überlassen sein; mit aktiver staatlicher Aufklärung und Hilfe, wo diese nötig ist. Nicht Repression und zum Teil aberwitzige Kriminalisierung kann über gesundheitsschädlichen Konsum hinweghelfen, sondern Information und aufklärende Suchtprävention ohne erhobenen Zeigefinger.
 Deswegen fordern wir die Einrichtung von Drogenfachgeschäften, wo Cannabis legal erworben werden kann. Diese können aktiven Schutz betreiben, so können sie Altersgrenzen durchsetzen, Drogen auf ihre Freiheit von Schadstoffen überprüfen und Konsument*innen aufklären. Wir würden den Test eines solchen Modells begrüßen.
 
Laura Wahl fügt abschließend hinzu: „Eine Entkriminalisierung und die Einrichtung von Clearing-Stellen sind wichtige Maßnahmen für den Schutz von Konsument*innen. Offiziell eingerichtete Clearing-Stellen können Konsument*innen bspw. helfen, die Substanzen auf möglicherweise enthaltene Schadstoffe zu untersuchen. Im Moment haben Konsument*innen keine Möglichkeit, die Qualtität des Grases überprüfen zu lassen, noch in welchem Teil der Welt das Cannabis angebaut worden ist. Für eine Befriedung von Konfliktregionen wie Mexiko, aber auch für den Schutz der Konsument*innen hier in Deutschland ist eine Legalisierung deswegen unerlässlich.
 
 Für die GJ Thüringen ist klar, dass diese Entscheidung nicht alleine auf Landesebene getroffen werden kann, da hier vor allem Bundesgesetzgebung betroffen ist. Wir fordern die Landesregierung aber dazu auf, ihren Spielraum (wie bspw. in der Frage der Freimengen) auszunutzen und auf Bundesebene, wie auch im Koalitionsvertrag verankert, Initiativen zur Entkriminalisierung und zum Schutz von Konsument*innen anzustoßen.