Ende August sollte der diesjährige CSD-Empfang im Thüringer Landtag stattfinden. Landtagspräsident Christian Carius (CDU) verhinderte dies durch bürokratische Hürden. Ziel des Christopher Street Day (CSD)-Empfangs sollte es sein, einen offenen Dialog mittels einer Ausstellung zu erreichen und dabei gezielt auf die Realität von Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung einzugehen.

„Für den Landtagspräsidenten Carius hat ein offener Dialog zur sexuellen Vielfalt scheinbar keinen Platz. Damit stellt sich Carius der Akzeptanz von homo-, bi-, trans- und intersexuellen Menschen entschieden in den Weg“, meint der frauen- und genderpolitische Sprecher der GRÜNEN JUGEND Thüringen, Sebastian Weise. Bereits vor wenigen Tagen äußerte sich der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christian Tischner, zum neuen Bildungsplan, der auch die Akzeptanz von sexueller Vielfalt in Thüringens Schulen verstärken soll. Tischner meint, Eltern, Lehrer*innen und Schüler*innen seien zutiefst verunsichert, wenn es um sexuelle Vielfalt in den Schulen geht. Frühsexualisierung und Demonstrationen „besorgter Eltern“ wie in Baden-Württemberg wären die Folge. „Die CDU soll sich nicht hinter dem Argument der Verunsicherung verstecken, wenn es um sexuelle Vielfalt im Schulunterricht geht. Nicht ein Verbot, sondern Weiterbildungen der Lehrer*innen und Pädagog*innen ist die Lösung. Weiterhin ist es erschreckend, wie Tischner die homophoben Demonstrationen in Baden-Württemberg verharmlost, denn hier gingen keine besorgten Eltern, sondern offen homophobe Menschen auf die Straße, um sich für die Diskriminierung von LGBTI einzusetzen“, ergänzt Sebastian Weise.