Am 1. Mai, dem internationalen Tag der Arbeiter*innenbewegung, kam es in Weimar zu einem gewaltsamen Übergriff von 40 Neonazis auf eine DGB-Kundgebung. Dabei wurde sowohl der Oberbürgermeister Weimars, Stefan Wolf als auch der Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider und andere Personen verletzt. Die Polizei sah sich demgegenüber machtlos. Vor allem weil die meisten Beamt*innen in Erfurt und Saalfeld eingesetzt wurden. Denn in beiden Städten kam es Nazi-Aufmärschen und Gegendemonstrationen, denen sich Hunderte Menschen anschlossen.
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„Der gewaltsame Überfall in Weimar kann nicht damit entschuldigt werden, dass zwei Großdemonstrationen in Erfurt und Saalfeld stattfanden. Die Polizei muss sich fragen, wie sie eine Gruppe von 40 Neonazis in Weimar nicht zuvor bemerken konnte und wieso sie sich am Einsatzort nicht in der Lage sah einzugreifen.“ meint Sebastian Weise, Sprecher der Grünen Jugend Thüringen.
Aber auch in Saalfeld kam es zu Übergriffen von radikalen Neonazis auf Gegendemonstrant*innen, die anschließend im Krankenhaus versorgt werden mussten. Die Polizei konnte verhindern, dass die Neonazis in Saalfeld das Jugendklubhaus Saalfeld angriffen. Die Grüne Jugend Thüringen zeigt sich bestürzt über das Gewaltpotenzial der rechten Gruppierungen am 1 Mai.
„Angesichts dieser Gewalt müssen wir in Thüringen das Erstärken der rechten Szene ganz klar zum Stoppen bringen und uns ohne Ausnahmen gegen rechte Ideologien und Hetze stellen“, sagte Katharina Bautz, Sprecherin der Grünen Jugend Thüringen. „Ebenso verlangen wir eine lückenlose Aufklärung zu dem Überfall in Weimar, aber auch, wie es sein kann, dass in Saalfeld offen der Hitlergruß gezeigt und von der Polizei tatenlos zugeschaut wird“, ergänzte Katharina Bautz.
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In Erfurt verliefen die Proteste friedlicher als erwartet. Vor allem da viele gewaltbereite Neonazis in Saalfeld demonstrierten. Dennoch fand sich in Erfurt ein breites sowie lautstarkes Bündnis, welches sich den Neonazis entgegenstellte und diese auch an ihrer geplanten Route hinderte.
Die Grüne Jugend Thüringen ruft zu friedlichen Gegenprotesten morgen in Erfurt und am Sonntag in Hildburghausen auf.