Die GRÜNE JUGEND Thüringen unterstützt den Demo-Aufruf der KTS (Konferenz Thüringer Studierendenschaften) und ruft zur erneuten Teilnahme zu Protesten am Mittwoch, den 11.12.2013 in Erfurt auf. Dort soll ab 13 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz eine Demostration gegen die landesweiten finanziellen Kürzungen an Universitäten und Fachhochschulen stattfinden.
Dazu Landessprecherin Eva Pfannerstill: „Das Problem ist nicht nur, dass die Universitäten durch eine schmalere Aufstellung in der Ausrüstung und dem Personalwesen weniger ansprechend für potenzielle Studierende sind. Die meisten Angestellten in diesem Bereich werden ohnehin schon in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt, was sich durch diese Streichungen noch verschärfen wird.“
Bendix Offensand, Landessprecher der GRÜNEN JUGEND Thüringen, ergänzt: „Auch wird durch die Kürzungen die freie Forschung der Dozent*innen und Professor*innen stark eingeschränkt, da sie viel stärker auf Drittmittel aus militärischen Organisationen oder Großunternehmen angewiesen sein werden, obwohl Universitäten ein Ort der Bildung und freien Entfaltung sein sollten. Durch die von der Schwarz-Roten Koalition beschlossenen Pläne wird die Zukunftsfähigkeit der Hochschulen Thüringens in Frage gestellt.“

Mehr Infos unter stepagainst.de

Was wird konkret gefordert?

Aufruf der Konferenz Thüringer Studierendenschaften zur landesweiten Demonstration am 11. Dezember 2013:
Bildung braucht eine demokratische und transparente Hochschulentwicklungsplanung!
Die Hochschulentwicklungsplanung darf nicht nur zwischen den Hochschulen und dem Ministerium ausgehandelt werden. Die Gremien der Selbstverwaltung, Studierende und Mitarbeiter*innen der Hochschulen müssen angehört und einbezogen werden. Wir fordern auch die Einrichtung einer entsprechenden Expert*innenkommission durch den Landtag.

Bildung braucht sichere und langfristige Beschäftigungsverhältnisse an den Hochschulen!
Der Großteil der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter*innen an den Thüringer Hochschulen ist in prekären Beschäftigungsverhältnissen angestellt.Wir fordern Personalsicherung und -entwicklung als langfristigen Prozess zu betrachten und einen entprekarisierten Mittelbau zu schaffen. Nur so lassen sich die negativen Auswirkungen auf die Qualität von Forschung und Lehre reduzieren.
Bildung braucht gute Lehre und Forschung! Bildung braucht die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre!
Wir fordern eine Evaluierung der Forschung und Lehre im Rahmen der Struktur- und Entwicklungsplanungen. Drittmittel ermöglichen keine langfristige Planung im Bereich der Hochschulfinanzierung. Lehre und Grundlagenforschung müssen durch das Land ausfinanziert werden. Dazu ist eine Kappung der Drittmittelanteil unter einer Grenze des Anteils am Globalbudget von unter mindestens 25 % notwendig.

Profilierung braucht Geld, keine Einsparungen!

Hochschulen brauchen eine ausreichende Finanzierung und Raum, um zum Beispiel bei der Inklusion innovative Maßstäbe setzen zu können. Die Rahmenvereinbarungen bieten Planungssicherheit für mehrere Jahre, müssen aber auch genug Spielraum nach oben lassen. Wenn die Tariflöhne steigen oder Energiekosten wachsen, darf das Land die Hochschulen nicht alleine lassen. Kooperationen in Lehre und Forschung dürfen nicht aus finanziellen Erwägungen erzwungen werden. Sie können nur dann nachhaltig gelungen, wenn sie aus fachlichen Gründen als sinnvoll erachtet werden – und die entsprechende Infrastruktur zur Gewährleistung der notwendigen Mobilität vorhanden ist.

Bildung braucht keine Schuldenbremse und kein Kooperationsverbot!
Das Kooperationsverbot muss aufgehoben und durch eine Regelung ersetzt werden, die es Bund und Ländern ermöglicht, bei der Grundfinanzierung und der darüber hinausgehenden Förderung von Einrichtungen und Vorhaben der Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie der Studierendenwerke verbindlich zusammenwirken zu können. Die mit der Festschreibung eines Neuverschuldungsverbotes im Grundgesetz verbundenen Wirkungen sind zu überprüfen. Zukunftsinvestitionen insbesondere in Bildung und Wissenschaft müssen auch unter den Bedingungen einer schwierigen Haushaltslage gesichert werden. Wir fordern deshalb eine Korrektur der Regelung zur Schuldenbremse im Grundgesetz.