Anlässlich des frisch veröffentlichten Verfassungsschutzberichts 2012 kritisiert die GRÜNE JUGEND Thüringen den gesellschaftlichen Umgang mit Neonazis. Die öffentliche Duldung menschenfeindlicher Ideologien gewährt diesen zu große Handlungsspielräume. Der aktuelle Verfassungsschutzbericht zeigt ein erschreckendes Erstarken der Neonaziszene. Nicht nur die Zahl der sogenannten Freien Kameradschaften (um ca. 50 auf rund 350) und der NPD Mitglieder (um 30 auf 330) hat zugenommen. Vor allem der Zuwachs um etwa 100 politisch motivierte Straftaten im rechtsextremen Bereich auf 1.146 bekannte Fälle ist äußerst alarmierend.

Die GRÜNE JUGEND Thüringen fordert deshalb einen toleranteren Umgang mit Partizipationsformen wie zivilem Ungehorsam sowie breitere, auch staatliche, Unterstützung antirassistischer Aktionen und Gruppierungen. Demokratie und Rechtsstaat sind in Gefahr, wenn öffentliche Präsenz gegen Rechts unterbunden wird. „Staat und Gesellschaft müssen aufhören, Aktivist*innen, die sich gegen die rechte Szene engagieren, zu kriminalisieren. Die Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus muss aufhören. Während Antifaschist*innen weiterhin in ihrer Arbeit beschränkt und unter Verdacht gestellt werden, scheinen Politik und Zivilgesellschaft Sexismus, Rassismus und Diskriminierung zu verharmlosen und zu vernachlässigen“, so die Landessprecher*innen Eva Pfannerstill und Bendix Offensand, „- es ist besorgniserregend, dass die Landesregierung sich zu dem deutlichen Wachstum der Neonazi-Szene bislang nicht geäußert hat. Eine flächendeckende Jugendsozialarbeit muss her, um zu verhindern, dass junge Leute
menschenverachtenden Ideologien verfallen.“