Die GRÜNE JUGEND Thüringen hat auf ihrer Landesmitgliederversammlung am 23.02.2013 einen drogenpolitischen Beschluss unter dem Titel „Selbstbestimmung statt Sanktion“ gefasst, der einen radikalen Wechsel in der Drogenpolitik fordert. Statt einer Politik, die auf Sanktion und Repression gegenüber den Konsument*innen setzt, muss es einen Ansatz geben, der an Selbstbestimmung und Entkriminalisierung orientiert ist.

Die GJ Thüringen beklagt, dass es zu diesem sehr relevanten und urgrünen Thema so gut wie keine Beschlusslage bei Bündnis 90/Die Grünen Thüringen gibt.

Hierzu erklärt Eva Pfannerstill, Sprecherin der Grünen Jugend Thüringen: „Wir müssen endlich die Realität zur Kenntnis nehmen: Die Prohibition ist gescheitert und mit viel Leid verbunden; nicht nur bei uns, sondern auch und ganz besonders in den meisten Drogenanbaugebieten weltweit, wo ein aussichtsloser und brutaler Krieg gegen Drogen geführt wird. Deswegen müssen wir uns grundlegend umorientieren und Legalisierungskonzepte ins Auge fassen.“

Anneke Scherz, Sprecherin des Landesarbeitskreises „Demokratie und Recht“ der GJ Thüringen, ergänzt: „Das Recht auf Rausch gehört zum Selbstbestimmungsrecht dazu und wer gesundheitsschädlichen Konsummustern wirklich sinnvoll begegnen will, muss akzeptierend an Konsument*innen herantreten und darf sie nicht kriminalisieren. Insbesondere bei Cannabis ist darüber hinaus die Diskrepanz zwischen dem, was der Staats fordert und den Einstellungen sehr vieler Bürger*innen besonders groß. Das ist zwar eine Bundesangelegenheit, aber auch auf Landesebene können sinnvolle Projekte wie ‚Drug-Checking‘ oder Drogenkonsumräume initiiert und die Grenze für eine geringe straffreie Menge angehoben werden.“