Die GRÜNE JUGEND Thüringen fordert eine bedarfsgerechte, fanfreundliche Modernisierung des Ernst-Abbe-Sportfelds in Jena. Laut aktuellen Medienberichten soll die neue Jenaer Multifunktionsarena mehr als 50 % teurer werden als kalkuliert. Die Stadt Jena hat in den 22 Millionen Euro, die für den Bau der Arena vorsehen waren den Bau der Infrastruktur nicht berücksichtigt, so dass die Stadt Jena nun mit 35 Millionen Euro rechnet. Eine Arena für 17.200 BesucherInnen, ist selbst, wenn der FC Carl Zeiss Jena in der 3. Liga oder 2.Bundesliga spielt, überdimensioniert. Auch eine prognostizierte Auslastung sehr hohe Auslastung scheint bei einem Verein, der in der Saison 2011/2012 im Durchschnitt knapp 5000 ZuschauerInnen anlockte höchst unseriös. Daneben rechnet die Stadt Jena mit einem starken BesucherInnenandrang bei der Frauenfußballmannschaft des USV Jena, obwohl sich die ZuschauerInnenzahlen auch nach dem Boom durch die WM 2011 kaum erhöht haben und die Frauenfußballbundesliga ein Schattendasein pflegt. Der von der Landesregierung angekündigte Zuschuss in Höhe von circa 18 Mio Euro soll dabei aus EU-Fördermittel,die für die Tourismusförderung gewährt werden und nicht für den Bau von Sportstätten verwenden werden dürfen stammen. Es ist daher möglich, dass die Europäische Kommission die Fördermittel selbst nach Bewilligung der Mittel in einigen Jahren zurückfordert. Auch die laufenden Kosten für die Stadt Jena werden in den aktuellen Planungen nicht berücksichtigt. Stadionneubauten wie in Magdeburg zeigen, dass Defizite im Stadionbetrieb im Zweifel durch die Kommune oder kommunale Eigenbetriebe getragen werden.

Die GRÜNE JUGEND Thüringen fordert die Stadt Jena und die Landesregierung auf:

  • zu überprüfen, wie hoch die Kosten für eine zeitgemäße Instandsetzung des Stadions, die den Richtlinien des DFB und der DFL genügt wären und ergebnisoffen in einem Verfahren mit einem Stadionneubau gegenüber zu stellen
  • eine Prüfung des Bedarfs an Plätzen für das neue Jenaer Stadion zu erstellen, in unserer Sichtweise wäre die aktuelle Kapazität des aktuellen Stadions ausreichend
  • die Fans frühzeitig in die Planungen einzubeziehen
  • alle Unterlagen für die Bewerbung um die Fördermittel offen zu legen
  • die Fördermittel nur zweckgebunden einzusetzen und keine Zweckentfremdung von Fördergelder vor zu nehmen
  • ein realistisches Konzept für den kostendeckende Betrieb des Stadions vorzulegen
  • die erwarteten Kosten des laufenden Betriebs für die Stadt Jena offen zu legen
  • Alternativen für ein Kongresszentrum außerhalb des Multifunktionsarenakomplexes zu prüfen