Im Schuljahr 2014/15 waren knapp 600 Lehrer*innen in Thüringen langfristig erkrankt. Damit bestätigte sich der ansteigende Trend aus den letzten Jahren. Die Grüne Jugend Thüringen sieht diese Entwicklung mit Besorgnis und fordert im Sinne einer guten Bildung die Gesundheit der Teilnehmenden am Bildungsprozess stärker in den Fokus zu rücken. Denn nur eine gesunde Bildung kann zielführend sein.
1. Systemstruktur ändern
Die Leistungs- und Outputorientierung des Schulsystems ist nicht nur für die Schüler*innen eine extreme Belastung. Denn sie fängt schon im Lehramtsstudium an und zieht sich dann durch das komplette Berufsleben. Um der Belastung durch die Outputorientierung grundsätzlich entgegen zu treten fordert die GJTh die Finanzierung von mehr Lehrstellen, die am Ende die gesamte Lehrer*innenschaft entlastet.
Gesundheit schon im Studium
Das modulare Lehramtsstudium bezieht sich in seinen Zielen in keiner Weise auf den Faktor der Lehrer*innengesundheit und das gesundheitliche Element von Bildung. Die Grüne Jugend Thüringen fordert daher eine Integration dieser Faktoren in das Lehramtsstudium, damit den zukünftigen Lehrenden Theorien, Techniken und Praxistipps für die eigene Gesundheit zur Verfügung stehen, die ihnen im Schulalltag helfen können. Außerdem fordern wir auch die Berücksichtigung und Etablierung der Gesundheitskomponente als wesentlichen Faktor in den Lehrmethoden.
2. Die Schule als gesunder Bildungsraum
Die GJTh setzt sich ein für eine Schule als offene Gesellschaft, als Raum in dem jede*r gut und gesund lernen und lehren kann und in dem Inklusion gelebt wird.
2.1 Schulklima fördern-Demokratisierung stärken
Ein gutes und gesundes Schulklima ist ein wichtiger Grundstein für gesunde Bildung. Die GJTh fördert deshalb die Entwicklung von Konzepten, die die Schulgesellschaft auf eine Augenhöhe bringen wollen. Die Demokratisierung der Schule ist für uns in diesem Zusammenhang ein wichtiges Instrument. In einer Schulgesellschaft auf Augenhöhe lernt und lehrt es sich nicht nur deutlich besser, auch der psychische Druck und Anspannung fallen ab. Hinzu kommt, dass in einem gesunden Schulklima offener mit Krankheit und psychischem Druck umgegangen werden kann.
2.2 Inklusion leben – Auf allen Seiten des Schulalltags
Die Ausgrenzung von Menschen mit Einschränkungen, insbesondere in der Schule, muss von einer offenen und toleranten Gesellschaft nicht bekämpft werden. Die GJTh will daher die Inklusion vorantreiben um einen offenen Umgang in der Gesellschaft voranzutreiben. Dies beinhaltet nicht nur die Inklusion von Schüler*innen mit Einschränkungen, sondern auch die Inklusion von Lehrer*innen mit Einschränkungen. Denn Jede*r hat das Recht, jeden möglichen Beruf zu ergreifen. Um diese Entwicklung voranzutreiben fordert die GJTh die Bereitstellung der notwendigen Mittel für eine inklusive Schule, sowohl architektonisch als auch personell.
2.3 Gesundheit an die Schule – Ansprechpartner*innen für alle
Der notwendigste Schritt für eine gesunde Bildung ist aber die akute Hilfe vor Ort. Wer heutzutage durch den Schulbetrieb und den damit verbundenen Stress krank wird, muss sich an externe Stellen wenden. Dies ist mit viel Aufwand verbunden, ein Aufwand, der kranken Menschen oft nicht zugemutet werden kann. Darum fordert die GJTh die Schaffung von Betreuungsstellen, die dafür zuständig sind über körperliche und psychische Gesundheitsrisiken aufzuklären und erkrankte Mitglieder der Schulgesellschaft zu betreuen. Dies hat den Vorteil,
dass Symptome deutlich früher erkannt und behandelt werden können, was zu einer
gesünderen Schule führt.
3. Gesunde Lehre für alle
Die Grüne Jugend Thüringen setzt sich für eine nachhaltige und sozial gerechte Gesellschaft ein, deren Arbeits- und Lernbedingungen nicht gesundheitsgefährdend sein sollen. Wir wollen uns durch diese für eine inklusivere Gesellschaft einsetzen, die sich offen mit ihren Problemen auseinandersetzt und eine demokratische Entwicklung vorantreibt.