Die GRÜNE JUGEND Thüringen setzt sich für Wissenschaftsethik als Pflichtfach für natur- und ingenieurswissenschaftliche Studiengänge an Thüringer Hochschulen ein.

Ethische Fragen der Folgeabschätzung von technischen und naturwissenschafltichen Forschungen sind oft ungemein komplex. Für Medizinstudierende ist das Fach „Medizinethik“ aus naheliegenden Gründen Pflicht. Naturwissenschaftler*innen können mit den Ergebnissen oder „Nebenprodukten“ ihrer Forschung im schlimmsten Fall wesentlich mehr Schaden an Lebewesen, Umwelt oder Gesellschaft verursachen als Ärzt*innen.

Wissenschaftler*innen sind nicht nur Ausführende, sondern vor allem freie und handlungsfähige Personen und tragen daher auch die Verantwortung für ihre Entwicklungen und deren Konsequenzen, aber auch für „Kollateralschäden“, die schon während der Forschung auftreten. Dieser enorm wichtige Aspekt von Forschung wird zur Zeit in der naturwissenschaftlichen Ausbildung an Thüringer Hochschulen vollkommen ausgeblendet. Spätestens der Übergang von der Forschung zur Anwendung markiert den Ausgangspunkt der Frage nach Verantwortung der Wissenschaftler*innen und muss von Anfang an immer mitgedacht werden. Aber auch schon während der Durchführung wissenschaftlicher Versuche entstehen oft moralische Probleme, auf die (angehende) Wissenschaftler*innen nicht im Geringsten vorbereitet werden. Deshalb fordern wir Wissenschaftsethik als Pflichtfach für natur- und ingenieurswissenschaftliche Studiengänge an Thüringer Hochschulen, so wie es an vielen nordamerikanischen Universitäten bereits gang und gäbe ist.