Thüringen, das wird immer mehr zu einer Beratungswüste. Nicht nur um Verbraucherschutz, auch in der Drogenberatung oder in der Gewaltberatung und –hilfe.

Das Land hat sich systematisch in den letzten Jahren gezielt aus den Beratungsstrukturen im ländlichen Raum zurückgezogen. Man könnte meinen, dass Thüringen seinen Fokus nun mehr auf die Städtekette gelegt hat. Aber auch hier ist zu sehen, dass Thüringen in den freiwilligen Beratungsstellen eher einen lästigen Kostenfaktor sieht.

Dieser systematische Rückzug geht zur Lasten derjenigen, die diese Einrichtung freiwillig führen. Auf diese schiebt das Land die Verantwortung und zieht sich selbst aus dem Bereich.
Wenn das Land schon nicht mehr selbst dafür sorgen kann, dass es eigene Einrichtungen einrichtet, so muss wenigstens eine finanzielle Unterstützung für die noch bestehenden Stellen angeboten werden. Denn diese Einrichtungen laufen zuletzt vor allem deshalb noch, weil es engagierte BürgerInnen gibt, die sich mit ganzer Hingabe diesem Thema widmen. Viele erledigen dies im Ehrenamt. Aber auch sie, werden irgendwann an die Grenze ihres Engagements und dann wird aus der jetzigen Wüste eine gähnende Leere.

Dies ist aber kein rein Thüringen spezifisches Problem. Da jedes Bundesland andere Konzepte zur Finanzierung von Frauenhäusern und anderen Einrichtungen hat, ist kein bundesweit einheitlicher Standard gewährleistet. Mal ist der Träger eine Kirche, mal ist es ein Verein, mal finanziert das Land, mal die Kommune oder auch beide die Einrichtung. Daraus ergeben sich dann auch sehr unterschiedliche Regelungen zur Auslastung der Einrichtungen, zur Personaldecke und auch zu Art und Weise der Beratung und Hilfe. Um eine flächendeckende, qualitative Beratung von Menschen in Not sicherzustellen, muss es eine bundesweit einheitliche Regelung zur Finanzierung von Beratungsstellen geben und auch bundesweit einheitliche Mindeststandards der Beratung und Hilfeleistung sollten festgelegt werden.